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Artikel aus dem Fischmagazin 2007 (Jahresausgabe)
Fischrestaurant als zusätzliches Standbein
Am September wurde in Iserlohn die "Räucherkate",
ein Fischrestaurant eröffnet, das auch Feinkost anbietet. Lothar
und Marion Primus, die im Fischgut Primus vor allem Störe und
Koi produzieren, haben eine leer stehende, etwas marode Räucherkate
gekauft, ausgebaut und von Grund auf modernisiert. Jetzt werden
den Gästen dort in angenehmer Bistro-Atmosphäre schmackhafte
Gerichte mit Fischen und Meeresfrüchten geboten.
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Die Lage des Objektes macht zunächst etwas
stutzig, denn es liegt nicht im Stadtzentrum von Iserlohn, wo sich
in Kaufhäusern und Fußgängerzonen potentielle Kunden
tummeln, sondern an der viel befahrenen Ausfallstraße zur
A 46. Ist man in Iserlohn wirklich bereit, mehr als einen Kilometer
aus dem Zentrum zu laufen, nur um ein delikates Fischgericht zu
genießen? Es sei ein Experiment, bestätigt Lothar Primus,
jedoch mit sorgfältig kalkulierten Erfolgsaussichten. Schließlich
ist schon die kleine Räucherkate mit ihrem überschaubaren
Angebot an diesem Standort bis zur Schließung sehr gut von
den Iserlohnern angenommen worden.
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Noch mehr hofft er allerdings auf ein Reservoir,
das pausenlos am Restaurant vorüberrollt: wer Iserlohn mit
dem Auto in Richtung A 46 verlässt, um nach Hagen oder Arnsberg
zu fahren, muss an der Räucherkate vorbei. Und an Parkplätzen
sollte der Besuch kaum scheitern, denn die stehen in ausreichender
Zahl zur Verfügung.
Übersehen kann man das Restaurant, ein schmuckes Gebäude
mit breiter Glasfront, durch die Tageslicht in den Restaurantbereich
flutet, eigentlich auch nicht.
"Ein Fischrestaurant wie dieses hat Iserlohn schon lange
gefehlt."
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Dunkles Holzmobiliar schafft im Innenbereich mit seinen 40 Sitzplätzen
eine stilvoll-sachliche Atmosphäre. Weitere 30 Plätze
stehen auf der Außenterrasse zur Verfügung. Lothar Primus
und seine Frau Marion haben bei der Einrichtung viel Geschmack bewiesen
und eigene Vorstellungen in das Projekt mit einfließen lassen.
In der alten Räucherkate, von der nur die Außenmauem
übrig blieben, haben jetzt die Küche, die Verkaufstheken
sowie das Kühl- und Frostlager ihren Platz gefunden. "Wir
haben das Gebäude vollständig entkernt und von Grund auf
saniert. Gasanschluss und Heizung mussten installiert werden, um
den Restaurantbetrieb überhaupt zu ermöglichen."
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Um die Räucherkate herum wurde danach der
großzügige Gästebereich gebaut. Ein gutes halbes
Jahr hat die Realisierung des Projektes gedauert, in das die Eheleute
Primus rund 400.000 Euro investiert haben.
Komponenten der Gerichte frei kombinierbar
Nach jetzigen Vorstellungen sollen die Gäste
täglich zwischen etwa 18 Fischgerichten wählen können.
"Was auf der Karte steht, ist ein Vorschlag und kein Dogma';
sagt Lothar Primus. Alle Komponenten sind frei kombinierbar und
werden nach den Wünschen der Gäste zusammengestellt.
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"Wir sind da absolut flexibel", versichert auch Küchenchef
Jean Claude Pierrot. Primus ist froh, dass er den Luxemburger, der
lange im Ausland gearbeitet hat, für sein Restaurant verpflichten
konnte. "Jean-Claude ist mit der internationalen Küche
vertraut und versteht es, das Gespräch mit den Gästen
zu führen." Im Frontcookingbereich der offenen Küche
kann Pierrot mit den Gästen plaudern, während er den Gerichten
ihr Finish verleiht. Lothar Primus hofft, dass im täglichen
Geschäft 100 bis 200 Mittagessen über den Tresen gehen.
Für eilige Laufkundschaft wird es außerdem eine Auswahl
von einem Dutzend Fischbrötchen sowie Räucherfisch und
Fischfeinkost geben.
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Das gastronomische Konzept sieht vor, nicht
nur bewährte Standards wie Forelle, Seelachs, Pangasius oder
Rotbarsch anzubieten, sondern auch Edelprodukte vom Hummer über
King Crabs bis zu Austern. Primus will diese im Westfälischen
Iserlohn bislang nicht alltäglichen Delikatessen aber nur dann
auf Dauer anbieten, wenn sie genügend Zuspruch bei seinen Gästen
finden. Entsprechend der Saison soll es publikumswirksame Aktionen
geben, zum Beispiel mit Matjes oder Scholle. Warum nicht auch mal
mit Schalen- oder Krustentieren? Fester Bestandteil der Speisekarte
werden auf jeden Fall Fischarten wie Störe und Wels sein, die
Lothar Primus im eigenen Fischgut produziert, das 10 km weit vom
Restaurant entfernt ist. "Dort wird auch geräuchert. Unser
Shuttleservice schafft ständig nach Bedarf frische Ware heran."
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Gastronomisches Konzept wird ständig weiterentwickelt
Am Tag nach der offiziellen Eröffnung,
zu der Lothar und Marion Primus einen Meinen Kreis "handverlesener"
Gäste eingeladen hatten, begann der Restaurantbetrieb. "Wir
machen nicht allzu viel Lärm um diesen Termin, weil wir nicht
wollen, dass uns neugierige Besucher in den ersten Stunden die Bude
einrennen." Die Gefahr ist groß, denn das neue gastronomische
Angebot war schon in der Bauphase das Stadtgespräch.
Nicht dass Primus grundsätzlich etwas gegen möglichst
viele Gäste hätte, doch die vier Stammkräfte der
Räucherkate und die beiden zusätzlichen Mitarbeiter aus
der Anlage sollen erst üben und noch mehr Routine in der Küche,
an der Bedientheke und im Restaurant gewinnen. Wer in der Mittagspause
auf ein Fischgericht einkehrt, bringt meist wenig Zeit mit und mag
nicht lange warten. "Ein Gast, dem es mit der Bedienung zu
lange dauert, gibt uns vielleicht keine zweite Chance."
Ein auffälliges rotes Hinweisschild an
der Straße erinnert jeden der Vorbeifahrenden daran, dass
wenige Meter weiter leckere Fischgerichte auf ihn warten. "Wir
hoffen natürlich, dass viele Geschäftsleute aus Iserlohn
den Weg zu uns finden und am besten auch gleich ihre Firmenkunden
mitbringen," schmunzelt der Fischzüchter und Neu-Gastwirt.
"Schon in der Bauphase haben manche bei uns gestoppt und gefragt,
wann es endlich losgeht."
Die nächsten Tage und Wochen werden zeigen,
wie die Iserlohner und Besucher der Stadt das neue Fischrestaurant
annehmen. "Das Konzept des Restaurants und das Angebot sind
in mancherlei Hinsicht experimentell'; wiederholt Lothar Primus
noch einmal. "Für uns ist das ein neues Gebiet, auf dem
wir bisher noch keine Erfahrung haben. Das muss kein Nachteil sein,
denn dadurch sind wir absolut offen für Vorschläge und
Anregungen, die wir schnell und flexibel umsetzen werden!' Die erste
Änderung könnte möglicherweise demnächst die
Öffnungszeiten betreffen, die von 9.00 bis 18.30 Uhr geplant
sind. "Jetzt rufen die ersten Leute an, die für den Abend
einen Tisch bestellen wollen!' Die Chancen stehen also nicht schlecht,
dass die Räucherkate ein Erfolg wird. Wie einer der Gäste
auf der Eröffnungsfeier sagte: "Ein Fischrestaurant wie
dieses hat Iserlohn schon lange gefehlt.
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